KI-Kompetenzpflicht · Art. 4 EU AI ActWas seit Juli 2026 gilt. Und wie Sie es sauber erledigen.
Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 der KI-Verordnung jedes Unternehmen, das KI einsetzt, die KI-Kompetenz seiner Mitarbeitenden zu fördern. Im Juli 2026 hat die EU diese KI-Kompetenzpflicht neu gefasst und entschärft. Abgeschafft ist sie nicht. Hier lesen Sie, was heute gilt und wie ein Mittelständler sie mit überschaubarem Aufwand erfüllt.
Die KI-Kompetenzpflicht in drei Punkten.
Kurz und ohne Juristendeutsch. Grundlage ist die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 in der Fassung der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744.
Wen es betrifft
Jedes Unternehmen, das KI-Systeme einsetzt. Dazu zählen auch Standard-Tools wie ChatGPT oder Claude, sobald Mitarbeitende sie für die Arbeit nutzen. Die Unternehmensgröße spielt keine Rolle.
Was verlangt wird
Sie müssen Maßnahmen ergreifen, die die KI-Kompetenz Ihres Personals fördern. Maßstab sind Vorwissen, Erfahrung und Ausbildung der Mitarbeitenden und die Aufgaben, für die sie KI nutzen.
Was sich 2026 geändert hat
Bis Juli hieß es, Unternehmen müssten ausreichende KI-Kompetenz sicherstellen. Seit dem 27. Juli 2026 genügt es, die Kompetenz nachvollziehbar zu fördern. Ein bestimmtes Niveau je Person wird nicht mehr verlangt.
Drei Irrtümer, die sich hartnäckig halten.
Rund um die KI-Kompetenzpflicht kursieren viele Aussagen, die entweder überholt oder übertrieben sind. Diese drei begegnen einem am häufigsten.
„Mit der Neufassung ist die Pflicht weg."
Stimmt nicht. Die EU hat die Pflicht abgeschwächt, aber nicht gestrichen. Wer KI einsetzt, muss weiterhin etwas für die Kompetenz seiner Mitarbeitenden tun.
„Ohne Schulung drohen Millionenbußgelder."
Artikel 4 steht nicht in der Bußgeldvorschrift der KI-Verordnung (Artikel 99). Das Risiko liegt woanders: Wer KI ohne geschultes Personal einsetzt, kann im Schadensfall schwerer belegen, dass er sorgfältig gehandelt hat.
„Wir brauchen ein offizielles Zertifikat."
Ein vorgeschriebenes Zertifikat oder Prüfungsformat gibt es nicht. Entscheidend ist, dass Sie Maßnahmen ergreifen und festhalten: wer wann zu welchen Inhalten geschult wurde.
In drei Schritten erledigt.
Für die meisten Mittelständler ist der Aufwand überschaubar. Wichtig ist, dass die Maßnahmen zu Ihren Tools und Aufgaben passen und dass Sie sie dokumentieren.
- Schritt 1
Bestandsaufnahme
Wer nutzt welche KI-Tools, wofür und mit welchen Daten? Eine einfache Liste reicht als Grundlage für alles Weitere.
- Schritt 2
Schulung
Ein praxisnaher Workshop für alle, die mit KI arbeiten: wie die Tools funktionieren, wo Grenzen und Risiken liegen und welche Daten hineindürfen.
- Schritt 3
Regeln und Dokumentation
Eine kurze KI-Richtlinie für das Team, dazu Teilnehmerliste, Inhalte und Datum der Schulung. Neue Mitarbeitende und neue Tools kommen später dazu.
Schulung mit Nachweis, direkt an Ihren Aufgaben.
Ich bin David Hirschhäuser, KI-Berater aus Bünde mit über 30 Jahren Vertriebserfahrung. Meine Workshops dauern 3,5 Stunden, finden inhouse oder online statt und arbeiten mit ChatGPT oder Claude, je nachdem, womit Ihr Team arbeitet.
Sicherer Umgang
Ihr Team weiß, was KI kann, wo die Grenzen liegen und wie man Ergebnisse prüft.
Klare Team-Regeln
Welche Daten in welches Tool dürfen, einheitlich für alle.
Handout und Zertifikat
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bekommt ein Handout und ein Teilnahmezertifikat.
Auf Wunsch dauerhaft
Als externer KI-Beauftragter kümmere ich mich um Richtlinie, Schulungen und Nachweise über Monate.
Zur KI-Kompetenzpflicht.
Ihre Frage ist nicht dabei? Im Erstgespräch klären wir, was für Ihr Unternehmen gilt.
Gilt die KI-Kompetenzpflicht auch für kleine Unternehmen?
Ja. Artikel 4 unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße. Sobald Mitarbeitende KI-Systeme für ihre Arbeit nutzen, auch Standard-Tools wie ChatGPT oder Claude, müssen Sie Maßnahmen ergreifen, die ihre KI-Kompetenz fördern. Wie umfangreich diese Maßnahmen sein sollten, hängt davon ab, wofür KI bei Ihnen eingesetzt wird.
Was hat sich im Juli 2026 geändert?
Mit der Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, wurde Artikel 4 neu gefasst. Unternehmen müssen die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden fördern, statt ein ausreichendes Niveau sicherzustellen. Außerdem ist klargestellt, dass kein bestimmtes Kompetenzniveau je Person verlangt wird. Die Pflicht zu handeln bleibt bestehen.
Drohen Bußgelder, wenn wir nicht schulen?
Artikel 4 ist in der Bußgeldvorschrift der KI-Verordnung (Artikel 99) nicht aufgeführt. Folgenlos ist ein Verstoß trotzdem nicht: Wer KI ohne jede Schulung einsetzt, kann im Schadensfall schwerer belegen, sorgfältig gehandelt zu haben. Für eine verbindliche Einschätzung im Einzelfall ist eine Rechtsberatung der richtige Weg.
Wie weisen wir nach, dass wir die Pflicht erfüllen?
Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben. Bewährt hat sich eine einfache Dokumentation: wer wann an welcher Schulung teilgenommen hat, welche Inhalte behandelt wurden und welche Regeln im Team für KI gelten. Nach meinen Workshops erhalten alle Teilnehmenden ein Teilnahmezertifikat und ein Handout.
Wer überwacht die Einhaltung in Deutschland?
Die zentrale Aufsicht über die KI-Verordnung liegt in Deutschland bei der Bundesnetzagentur. Der Bundestag hat das nationale Durchführungsgesetz dazu im Juni 2026 beschlossen. Für die meisten Mittelständler ist die praktische Frage aber eine andere: ob das eigene Team KI sicher und sinnvoll nutzt.
Rechtsgrundlagen: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) und Verordnung (EU) 2026/1744. Stand: September 2026. Diese Seite gibt einen praktischen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
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